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		<title>Geschichte der Psychiatrie</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Dec 2011 20:37:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jw</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[In der folgenden Arbeit wird ein Überblick der wichtigsten psychiatrischen Konzepte des Altertums bis hin zur Neuzeit gegeben. Im Anschluss an den historischen Überblick, welcher aus Platzgründen nur die wichtigsten Etappen beschreiben wird, werden Beispiele angeführt welche die Beziehungen zwischen der Gesellschaft und der Psychiatrie beschreiben. Abschließend wird die Frage beantwortet ob es aus heutiger [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der folgenden Arbeit wird ein Überblick der wichtigsten psychiatrischen Konzepte des Altertums bis hin zur Neuzeit gegeben. Im Anschluss an den historischen Überblick, welcher aus Platzgründen nur die wichtigsten Etappen beschreiben wird, werden Beispiele angeführt welche die Beziehungen zwischen der Gesellschaft und der Psychiatrie beschreiben. Abschließend wird die Frage beantwortet ob es aus heutiger Sicht notwendig ist Psychiater zu beschäftigen.<br />
Verschließt die Gesellschaft die Augen vor den dem „Elend der psychisch Kranken“ oder kommt sie ihrem Bedürfnis nach den Hilfebedürftigen beiseite zu stehen? Diese Frage zeigt die Wechselseitige Beziehung zwischen psychisch „Gesunden“ und „Kranken“  auf.<br />
Bereits im Altertum wurden psychisch Kranke behandelt. Diese Behandlungen zielten jedoch darauf ab die „krankmachende Substanz“ zu entfernen. Dies erfolgte durch die Reinigung der vier Körpersäfte. Erste Verhaltensrichtlinien für den Umgang mit psychisch Kranken wurden bereits im ersten Jahrhundert nach Christus durch Celsus beschrieben. Diese sind Beispielsweise Gespräche, Ablenkung, Schrecken, etc.<br />
Im Mittelalter traten andere Formen der Behandlung in den Vordergrund. Neben christlichen Reliquien wie Wallfahrtsorten ist hier der Exorzismus zu nennen, ebenso wie die Hexenverbrennung und ähnlicher Verfolgung. Ebenso entstanden im Mittelalter Domspitäler in welchen Arme, Hilfsbedürftige und Geisteskranke aufgenommen wurden. Zentrale Elemente der Therapie waren hier Arbeit und Gebet. Außerhalb der kirchlichen Betreuung wurden Bürgerhospitäler in den Städten errichtet in welchen die harmlosen psychisch Kranken untergebracht wurden. Aggressive  Kranke wurden weiterhin aus den Städten verwiesen. (Hoff, 2008)<br />
Mit Beginn der Neuzeit im 16. und 17. Jahrhundert verbesserten sich die Lebensbedingungen und durch das Ausbleiben von Epidemien die psychisch Kranken in Pesthäusern unterzubringen. Zu dieser Zeit entstanden auch die Toll- und Zuchthäuser. Hier wurden die Patienten jedoch nach wie vor körperlich misshandelt. Erst im um 1800 änderte sich dies. 1794 gründete William Tuke „The Retreat“ in dem auf Gewalt und das anketten der Patienten verzichtet wurde. Dies war der erste Schritt hin zu einer psychosozialen Versorgung. Johann Reill nahm diese Idee in Deutschland auf und schlug hier einen ähnlichen Umgang wie bei Tuke und Celsus vor. Nach 1800 war es Wilhelm Griesinger der als erster in Deutschland Patienten gewaltfrei behandelte. Ebenso forderte er eine Unterbringung der Patienten am Wohnort für eine stationäre Behandlung. Dies geschah in Form von Stadtasylen, die meist in den Unikliniken errichtet wurden. Hier reichten die Kapazitäten jedoch nicht aus um eine Versorgung zu gewährleisten. Er war auch einer der ersten, der psychische Störungen als Krankheit des Gehirns auffasste. Ebenso wurde zu dieser Zeit, nach einem Todesfall durch eine Zwangsjacke, das non-restraint-System durch John Conolly weiter vorangetrieben. Diese sieht vor das auf körperlichen Zwang gegenüber den Patienten verzichtet wird. (Müller, 2006, I, 3-16)<br />
Mit Beginn des ersten Weltkrieges gab es jedoch Rückschläge in der Behandlung. Viele psychisch Kranke starben in den Stadtasylen an mangelnder Versorgung. Nach dem ersten Weltkrieg waren es vor allem Gustav Kolb und Hermann Simon welche die Versorgung vorantrieben. Kolb setzte sich dafür ein, dass Patienten einfacher aufgenommen und auch wieder entlassen werden konnten. Ebenso gehörte zu seinem Konzept, dass eine familiennahe Versorgung stattfand, indem die Familien Zugang zu den Kranken erhielten. Zusätzlich setzte er sich für Maßnahmen außerhalb der Kliniken ein. Simon hingegen hatte ein System von Bestrafungen und Belohnungen entwickelt, welches eingesetzt wurde um eine „aktive Therapie“ durchzusetzen. Hier mussten die Patienten tagsüber harte Arbeit verrichten.<br />
Mit Beginn der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurden Gesetze erlassen welche die Zwangssterilisation von psychisch Kranken vorsahen. (Diese Kranken mussten beim Amtsarzt gemeldet werden, welche dann die Sterilisation beantragten. So sollte es vermieden werden das der Staat durch Ballastexistenzen belastet wird.) Zwischen 1939 und 1941 kamen ca. 70000 Patienten durch die Aktion T4, welche die Tötung von psychisch Kranken in Tötungsanstalten vorsah, ums Leben. Bis zum Ende des Krieges wurden jedoch weitere „dezentrale Euthanasien“ durchgeführt und so kamen etwa 150000 psychisch Kranke zu Tode. Zu dieser Zeit gelang es jedoch auch erste wirksame Behandlungen zu entwickeln. Hier sind die Insulinkomatherapie, Cadiazolkrampftherapie und die Elektrokrampftherapie zu nennen. Diese dienten jedoch dem NS Regime ebenso als Argument zur Tötung, da mit Verwendung dieser Verfahren argumentiert wurde, dass alles getan werde um eine Heilung zu ermöglichen.<br />
Erst 1970 gab es, durch die Psychatrie-Enquête der Bundesregierung einen Paradigmenwechsel. 1971 wurde durch den ersten „Bericht zur Lage der Psychiatrie“ auf die Mängel in der Versorgung aufmerksam gemacht. So wurden zu dieser Zeit etwa 70% der Betroffenen gegen ihren Willen behandelt, ebenso waren etwa 80% in geschlossenen Anstalten untergebracht. Ebenso dramatisch war die Versorgung durch Nervenärzte durch personelle Mängel. Der Zwischenbericht der Kommission aus dem Jahr 1973 zeigte ebenso bauliche Mängel an der Unterbringung der Patienten auf. Die meisten waren in Schlafsälen untergebracht ohne eine Möglichkeit auf Privatsphäre. 1975 wurde der Abschlussbericht veröffentlicht, welcher eine drastische Personalentwicklung vorschlug. Es sollte eine bessere Versorgung durch die  Verbesserung des Arzt/Pflegepersonal <-> Patientenverhältnisses sowie die Einstellung von Psychologen und Sozialarbeitern erreicht werden. (Bundestag, 1978)<br />
Seitdem hat sich die Behandlung stetig verbessert. So gibt es heute Einrichtungen welche sich mit der Betreuung, Beschäftigung und Wiedereingliederung von psychisch Kranken beschäftigen. Ebenso ist die stationäre Versorgung verbessert worden. Auch die Entwicklung neuer Medikamente wie Neuroleptika und Antidepressiva hat dazu beigetragen. Zusätzlich zu Medikamenten und institutionellen Veränderungen ist abschließend noch der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie zu nennen. Durch all diese neuen Verfahren und Medikamente sind neue Therapieverfahren möglich geworden, welche den Menschen einen Weg zurück in den Alltag ermöglichen kann.<br />
Doch welche Zusammenhänge lassen sich zwischen der Gesellschaft und der Psychiatrie feststellen. Dies soll an zwei kurzen Beispielen dargestellt werden.<br />
Zum Ersten ist die finanzielle Belastung durch die Betreuung und Versorgung der psychiatrischen Patienten zu nennen. Ebenso muss hier der Arbeitsausfall durch die psychische Krankheit eingerechnet werden. Die europäische Union zeigt in ihrem Grünbuch einige Fakten auf. So leiden etwa 27% der EU-Bevölkerung einmal oder mehr im Leben an psychischen Störungen wie Depressionen oder Angstzuständen. Die Kosten für diese Erkrankungen betragen etwa 3% des Bruttoinlandsproduktes der Europäischen Union. Als folge solcher psychischer Störungen kommt es innerhalb der Gesellschaft zu Stigmatisierungen, Ausgrenzungen und Diskriminierungen der Betroffenen (Becker, 2007).<br />
Zum Zweiten ist der Einfluss der Gesellschaft also der Lebensgesellschaft eines Individuums auf das Individuum selbst zu nennen. So stellt die WHO fest, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen Depressionen und dem Einkommen gibt. Ebenso lässt sich feststellen, dass  das Wohnumfeld einen Einfluss aus die Häufigkeit von psychischen Erkrankungen hat. Somit ist festzuhalten, dass  Einkommensverteilung und das sozioökonomische Umfeld die Häufigkeit von psychischen Krankheiten beeinflussen. Dies ist ein direkter Zusammenhang zwischen der Gesellschaft an sich und der Patienten innerhalb der Psychiatrien (Becker, 2007).<br />
Abschließend soll noch auf die Frage eingegangen werden ob es aus heutiger Sicht noch ein Bedarf an Psychiatern herrscht. Diese Frage möchte ich direkt mit einem „Ja“ beantworten. Dies begründet sich wie folgt. Wie aufgezeigt sind die finanziellen Kosten durch Unterbringung und Arbeitsausfall für die Gesellschaft enorm. Ebenso muss sich ein/e Jede/r fragen welche anderen Möglichkeiten für eine moderne Gesellschaft bestehen. Verwahrung auf Lebenszeit in geschlossenen Anstalten? Welche Form der Therapie würde man für sich und seine Angehörigen erhoffen, wenn wie das Grünbuch der EU-Kommission anmerkt bis 2020 Depressionen, also eine psychische Erkrankung, die zweithäufigste innerhalb der EU seien wird? Dies lässt mich zu dem Schluss kommen, dass es nicht nur einen Bedarf an Psychiatern gibt, sondern sogar einen gesteigerten Bedarf. Ebenso muss ein Wandel innerhalb der Gesellschaft vollzogen werden durch den Stigmatisierung und Ausgrenzung von psychisch Kranken vermieden wird.</p>
<p>Literaturverzeichnis<br />
Becker, T. (21. 11 2007). Pressekonferenz Psychiatrie und Gesellschaft. Mainz.<br />
Bundestag, D. (1978). Enquête über die Lage der Psychiatrie in Deutschland: Schlußbericht der Sachverständigen-Kommission. Deutscher Bundestag, Bundesdrucksache 7/4200.<br />
Hoff, P. (2008). Geschichte der Psychiatrie. Psychiatrie und Psychotherapie, 3-27.<br />
Kommission, E. (2005). Die psychische Gesundheit der Bevölkerung verbessern &#8211; Entwicklung einer Strategie für die Förderung der psychischen Gesundheit in der Europäischen Union. Brüssel.<br />
Müller, T. (2006, I, 3-16). Zur Geschichte der Psychiatrie und der psychiatrischen Krankenpflege im deutschsprachigen Raum. Psychiatrische Gesundheits- und Krankenpflege — Mental Health Care, 3-16.<br />
von Cranach, M. (2009). Geschichte der Psychiatrie. Abgerufen am 04. 06 2011 von www.geschichtederpsychiatrie.at</p>
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		<pubDate>Fri, 16 Dec 2011 18:37:18 +0000</pubDate>
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